Manche Dinge im Leben lassen sich nicht beschleunigen. Trauer braucht Zeit. Vertrauen braucht Zeit. Nach einer Trennung müssen sich Gedanken und Gefühle erst neu sortieren. Und auch wenn wir längst verstanden haben, dass wir etwas verändern möchten, heißt das nicht automatisch, dass wir es sofort können. Gerade dann werden wir mit uns selbst manchmal ungeduldig:

Warum bin ich noch nicht weiter? Warum beschäftigt mich das immer noch? Wann geht es mir endlich besser?

Psychische und persönliche Entwicklung lassen sich nicht nach einem Zeitplan gestalten. Sie haben ihr eigenes Tempo.

Warum Veränderung Zeit braucht

Unsere Erfahrungen prägen, wie wir denken, fühlen und handeln. Viele unserer Reaktionen und Verhaltensweisen haben sich über Jahre entwickelt. Sie waren häufig einmal sinnvoll und hilfreich, auch wenn sie uns heute belasten. Wer beispielsweise gelernt hat, Konflikte zu vermeiden, es anderen recht zu machen oder eigene Bedürfnisse zurückzustellen, kann diese Muster später nicht einfach durch einen guten Vorsatz verändern. Wir können wissen, dass wir „Nein“ sagen dürfen – und trotzdem Angst vor der Reaktion des anderen haben. Wir können wissen, dass wir nicht für die Gefühle anderer verantwortlich sind – und uns trotzdem schuldig fühlen. Wir können verstehen, dass eine vergangene Erfahrung vorbei ist – und uns in einer ähnlichen Situation dennoch wieder so fühlen wie damals.

Veränderung braucht deshalb nicht nur Erkenntnis, sondern auch neue Erfahrungen.

Es braucht Zeit, alte Muster wahrzunehmen, sie zu verstehen und neue Möglichkeiten zu entwickeln. Und es braucht Zeit, diese neuen Möglichkeiten wirklich zu erleben und zu verinnerlichen.

Nicht alles, was langsam ist, ist Stillstand

Psychische und persönliche Entwicklung verläuft selten geradlinig. Es gibt Zeiten, in denen wir das Gefühl haben, voranzukommen. Und dann gibt es Situationen, in denen ein altes Thema wieder auftaucht. Das kann entmutigend sein. Ein Rückschritt bedeutet jedoch nicht automatisch, dass wir wieder am Anfang stehen. Wir reagieren heute vielleicht anders als früher. Wir bemerken ein altes Muster schneller. Wir können nach einem schwierigen Moment wieder zu uns zurückfinden. Auch darin zeigt sich Entwicklung. Veränderung bedeutet nicht immer, dass ein Problem plötzlich verschwunden ist. Manchmal zeigt sie sich darin, dass wir einem alten Problem anders begegnen können.

Veränderung braucht neue Möglichkeiten

Als Psychodramatikerin interessiert mich besonders die Frage, welche Möglichkeiten ein Mensch in einer bestimmten Situation hat – und welche ihm noch fehlen.

Im Psychodrama werden wichtige Lebenssituationen nicht nur besprochen. Sie können auch dargestellt und aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden. Dadurch kann etwas erlebbar werden, für das Worte allein manchmal nicht ausreichen.

Eine vertraute Beziehungssituation kann beispielsweise aufgegriffen werden. Wir können ausprobieren, wie es sich anfühlt, eine Grenze auszusprechen, eine andere Haltung einzunehmen oder auf eine vertraute Situation einmal anders zu reagieren. Dabei geht es nicht darum, die Vergangenheit zu verändern, sondern darum, für die Gegenwart neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Im Psychodrama spielen dabei Spontaneität und Kreativität eine wichtige Rolle: die Fähigkeit, auf eine Situation nicht ausschließlich mit vertrauten Mustern zu reagieren, sondern eine neue, passende Antwort zu finden. Auch das entsteht nicht auf Knopfdruck.

Manches darf Zeit brauchen

Wir müssen nicht jede Entwicklung beschleunigen. Es gibt Phasen, in denen es darum geht, etwas auszuhalten, ohne sofort eine Lösung zu finden oder in denen wir noch nicht wissen, wie es weitergeht. Und in denen es wichtiger sein kann, uns selbst mit Geduld zu begegnen, als eine schnelle Antwort zu suchen. Das bedeutet nicht, passiv zu bleiben, sondern anzuerkennen, dass Entwicklung ihren eigenen Rhythmus hat.

Vielleicht ist die wichtigere Frage deshalb nicht: „Warum bin ich noch nicht weiter?“ Sondern: „Was brauche ich gerade, um meinen nächsten Schritt gehen zu können?“

Psychotherapie in Salzburg

Manchmal ist es hilfreich, sich auf diesem Weg begleiten zu lassen. In meiner psychotherapeutischen Arbeit in Salzburg biete ich einen geschützten Raum, um innezuhalten, Zusammenhänge zu verstehen und neue Möglichkeiten zu entdecken.

Wenn Sie mehr über meine Arbeit erfahren oder einen Termin vereinbaren möchten, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme.

Mag. Alina Spannlang, BA MSc
Psychotherapeutin (Humanistische Therapie – Psychodrama)
Tel.: +43 681 814 713 42
Mail: praxis@psychotherapie-spannlang.at
Web: www.psychotherapie-spannlang.at